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Kommunale Gesundheitskonferenz des Kreises Höxter mit neuem Schwerpunktthema

Die Kommunale Gesundheitskonferenz im Kreis Höxter bleibt ihrer Linie treu: „Uns geht es vor allem um die Information der Menschen“, sagt Dr. Ronald Woltering, Leitender Medizinaldirektor des Kreises Höxter. Deshalb ist er froh, dass erneut Spitzenkräfte aus der Region in einer Arbeitsgruppe daran mitwirken, die Bevölkerung zum Schwerpunktthema „Geriatire“ – auch Altersmedizin genannt – aufzuklären.

„Ältere Menschen brauchen eine spezielle medizinische Versorgung. Sie leiden häufiger unter mehreren – teilweise chronischen – Erkrankungen gleichzeitig und müssen daher zum Beispiel viele verschiedene Medikamente einnehmen. Deshalb ist bei ihrer Behandlung ein ganzheitlicher Ansatz wichtig“, erklärt Norbert Pfundtner, Chefarzt der Geriatrie im St. Rochus Krankenhaus Steinheim und Vorsitzender der Arbeitsgruppe der Kommunalen Gesundheitskonferenz. Hierzu sei ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, speziell geschulten Pflegern, Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden, Psychologen und Sozialdienst erforderlich.

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Die Gesundheitskonferenz will die Öffentlichkeit über die geriatrischen Angebote im Kreis Höxter informieren: (vorne, v. l.) Gerhard Gröne von der AOK, Zahnarzt Dr. Wulf Schirbel, Chefarzt Norbert Pfundtner, Chefarzt Dr. Thorsten-R. Diercks und Dr. med. Ronald Woltering vom Kreis Höxter sowie (hinten, v. l.) Alfred Wiemers vom Kreis Höxter, Apotheker Björn Schmidt und Leitender Oberarzt Dr. med. Michael Krug.Foto: Kreis Höxter

Die Mehrheit der Patienten in geriatrischer Behandlung ist über 80 Jahre alt. Sie haben spezielle Risiken, Vorerkrankungen und veränderte Körperfunktionen. „Besonders häufig kommen die sogenannten ‚geriatrischen I`s‘ vor: Immobilität, Irritabilität oder Verwirrtheit, Instabilität, Inkontinenz und Isolation“, so Dr. med. Michael Krug, leitender Oberarzt der Geriatrie am Helios Klinikum Warburg.

Im Kreis Höxter werden alle Versorgungsstufen der medizinisch-geriatrischen Behandlung angeboten. Geriatrische Akutkliniken wie im St. Rochus Krankenhaus Steinheim und Helios Klinikum Warburg sind Fachabteilungen, die ihre Patienten aufgrund akuter Erkrankungen oder Beschwerden aufnehmen. Die Rehabilitationsklinik Weserbergland in Höxter behandelt hingegen Patienten, die zum Beispiel durch Krankheit oder nach einer Operation in ihrer Alltagsfähigkeit eingeschränkt sind.

„Wir möchten durch unsere Therapie den Patienten einen möglichst hohen Grad an Selbstständigkeit wiedergeben. Dazu wird ein individueller Behandlungsplan entwickelt. Dieser ist meist eine Kombination aus verschiedenen Therapien wie zum Beispiel Krankengymnastik, physikalischer Therapie, Ergotherapie oder Logopädie“, beschreibt Dr. Thorsten-R. Diercks, Chefarzt der Abteilung für Geriatrische Rehabilitation an der Asklepios Weserbergland-Klinik.

Auch Zahngesundheit spielt in der geriatrischen Therapie eine große Rolle. „Oft sind ältere Patienten in ihrer Mobilität eingeschränkt, sodass sie gar nicht mehr oder erst zu spät zum Zahnarzt gehen“, sagt Dr. Wulf Schirbel, Zahnarzt aus Warburg und Mitglied der Arbeitsgruppe Geriatrie der Kommunalen Gesundheitskonferenz des Kreises Höxter. Dabei sei besonders älteren Besuchen eine regelmäßige zahnärztliche Kontrolle zu empfehlen. „Häufig bevorzugen sie eine weiche, leicht verdauliche Kost, weil sie aufgrund von schlecht sitzenden Zahnersätzen nicht mehr richtig kauen können oder an Magen-Darm-Erkrankungen leiden. Klebrige und breiige Nahrungsmittel erhöhen allerdings die Kariesanfälligkeit der Zähne“, so Schirbel. Deshalb sollte der Zahnarzt regelmäßig kontrollieren, ob der Zahnersatz richtig passt. Auch Ernährungsberatungen bei Erkrankungen könnten sehr sinnvoll sein.

Um das Feld der geriatrischen Versorgung möglichst breit abzudecken, vertritt Björn Schmidt die Apothekerschaft in der Arbeitsgruppe Geriatrie der Kommunalen Gesundheitskonferenz des Kreises Höxter. „Ältere Menschen nehmen häufig viele verschiedene Medikamente ein. Wenn verschiedene Ärzte Präparate verordnen, kann der Apotheker Wechselwirkungen aufdecken und mögliche Probleme gemeinsam mit dem verordnenden Arzt lösen“, so der Apotheker aus Nieheim. Neben der professionellen Medikationsanalyse böten die Apotheken vor Ort viele Serviceleistungen an, die gerade für Seniorinnen und Senioren interessant seien. „Dazu zählen Blutdruckmessen, Check der Hausapotheke sowie das ausführlichen Erklären des Beipackzettels“, listet Apotheker Schmidt auf.

„Wieder einmal zeigt sich, dass wir im Kreis Höxter über eine hohe medizinische Kompetenz verfügen“, bringt Alfred Wiemers, Geschäftsführer der Kommunalen Gesundheitskonferenz des Kreises Höxter, seine Freude zum Ausdruck. Dies den Menschen deutlich zu machen, sei eine der Aufgaben. Zum Schwerpunktthema Geriatrie würden verschiedene Arzt-Patienten-Seminare in Steinheim, Höxter und Warburg veranstaltet und außerdem eine Telefonkonferenz mit den Experten, die am Mittwoch, 18. August, stattfindet.

 


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