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Fortbildung: Kreis Höxter kümmert sich um Hygieneschutz

„Eine Vorbereitung auf Krankheitsausbrüche sollte in jeder Gesundheitseinrichtung eigentlich der Standard sein“, erläutert Dr. Ronald Woltering vom Kreis Höxter. Ganz besonders gefährdet sind Patienten in Krankenhäusern, Reha-Kliniken oder Pflegeeinrichtungen. Deswegen hatte der Kreis Höxter nun zu einer Fortbildung ins Kreishaus eingeladen.

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Nicht nur theoretisch, sondern auch mit konkreten Fallbeispielen, setzten sich die Teilnehmer an einer Fortbildung zur Meldepflicht und zum Ausbruchsmanagement auseinander. Dr. Ronald Woltering (von links), Barbara Blomeyer und Matthias Reimers freuten sich auf die gute Resonanz der Weiterbildungsmaßnahme, die von der Abteilung Gesundheitsschutz des Kreises Höxter angeboten worden ist. Foto: Kreis Höxter

„Als Mitglied im MRE Netzwerk Ostwestfalen-Lippe, einem Qualitätsnetzwerk zur Vorbeugung Antibiotika-resistenter Krankenhausinfektionen, nehmen wir unsere Aufgabe ernst“, erläutert Dr. Ronald Woltering, Leiter des Fachbereichs Gesundheits- und Veterinärwesen des Kreises Höxter, „und dabei spielt eine fachlich fundierte Vorbereitung eine entscheidende Rolle.“ Dies war auch der Grund, für Hygienefachkräfte und Hygienebeauftragte Ärzte eine Fortbildung anzubieten, die von der Ärztekammer Westfalen-Lippe zertifiziert worden ist.

21 Teilnehmer aus Krankenhäusern und Reha-Kliniken im Kreis Höxter nutzten die Gelegenheit, sich zu den beiden Themen „Meldepflicht gemäß Infektionsschutzgesetz“ und „Ausbruchsmanagement“ auf den neuesten Stand zu bringen. Matthias Reimers, Facharzt für Anästhesie am St. Ansgar Krankenhaus in Höxter und Krankenhaushygieniker in Ausbildung, erinnerte noch einmal an die verschärfte Verordnung, die im Mai in Kraft getreten ist: „Ärzte und Labore haben seitdem zusätzliche Krankheiten und Nachweise von Krankheitserregern an die Gesundheitsämter zu melden, um schneller Bekämpfungsmaßnahme einleiten zu können.“ Damit sei das bestehende Meldewesen an die aktuelle epidemische Lage angepasst worden.

„Um die Bekämpfung resistenter Keime national und international weiter voranzutreiben, hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe den sogenannten Zehn-Punkte-Plan zur Vermeidung behandlungsassoziierter Infektionen und Antibiotika-Resistenzen vorgelegt“, so Reimers. Von behandlungsassoziierten Infektionen spreche man, wenn sich Patienten während einer medizinischen Behandlung und/oder während eines Aufenthalts in einer Einrichtung, zum Beispiel Tagesklinik, Krankenhaus oder Langzeitpflege, anstecken würden.

Barbara Blomeyer, Ärztin im Gesundheitsdienst des Kreises Höxter, verdeutlichte gemeinsam mit Gesundheitsaufseher Jörg Isermann vom Kreis Höxter die Labor- und Arztmeldepflicht anhand von Fallbeispielen. „Besonders die schnelle Erkennung von Übertragungen und Ausbrüchen ist zwingend vorgeschrieben“, erinnerte Isermann die Teilnehmer an ihre Verpflichtungen. Blomeyer machte auf die Expertise und das Angebot einer engen Zusammenarbeit des Gesundheitsamtes aufmerksam „Binden Sie das Gesundheitsamt frühzeitig ein, fragen Sie uns um Rat, wenn Ihnen etwas ungewöhnlich vorkommt! Wir versuchen, das Problem gemeinsam zu lösen.“

Als Vorbereitung auf den Ernstfall eines bedrohlichen Ausbruches in einer Klinik wurden anhand eines simulierten Ausbruchsgeschehens die Teilnehmer mit der Bewältigung einer Krisensituation praktisch konfrontiert. Angefangen von der Aufklärung der Ursache bis zur Information der Medien wurde das Szenario in Kleingruppen bearbeitet. „Hier ist es vor allem wichtig, im Falle eines Falles ein eingespieltes Team und erprobte Verfahren zu haben, um geregelt alle notwendigen Schritte Punkt für Punkt abarbeiten zu können“, machte Dr. Woltering deutlich, wieviel Wert jeder auf eine gute Vorbereitung für mögliche Szenarien legen sollte: „Die richtige und professionelle Reaktion in einem Krisenfall kann Leben retten.“

 


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