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„Land(auf)Schwung“ bringt 96.000 Euro in die Region - Fahrradwerkstatt auf Rädern soll Mobilität sicherstellen

„Viel besser kann man die Idee des Modellvorhabens ‚Land(auf)Schwung‘ nicht in die Tat umsetzen.“ Sehr groß war deshalb bei Kreisdirektor Klaus Schumacher und GfW-Geschäftsführer Michael Stolte die Freude, als sie nun einen Zuwendungsbescheid des Bundes über gut 96.000 Euro an Robert Hartmann, Geschäftsführer der Projekt Begegnung gGmbH, überreichen konnten.

„Die Förderkriterien bei ‚Land(auf)Schwung‘ sind schon sehr anspruchsvoll“, erläutert Michael Stolte von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter, die sich als Regionalentwicklungsagentur im Modellvorhaben um die Anträge kümmert. So müssen die Projekte klar einem der beiden Handlungsfelder „Daseinsvorsorge“ und „Regionale Wertschöpfung“ mit den Themen „Regionales Empowerment“ und „Unsere Ressourcen – unser Mehrwert“ zugeordnet werden können, woran schon mancher Bewerber gescheitert ist. Gefördert wird das Modellvorhaben vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

„Projekt Begegnung hat den Nagel auf den Kopf getroffen“, ergänzt Kreisdirektor Klaus Schumacher, der den Facharbeitskreis leitet, in dem über die Projektvorschläge entschieden wird. Darin wirken neben dem Kreis Höxter unter anderem die Industrie und Handelskammer, die Kreishandwerkerschaft Höxter-Warburg, Vertreter von Seniorennetzwerken und Jugendorganisationen, das Zukunftszentrum Holzminden-Höxter sowie die Wirtschaftsverbände „Wirtschaftsinitiative im Kreis Höxter“ und „Weserpulsar“ mit.

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Große Freude bei GfW-Geschäftsführer Michael Stolte (v.l.), Kreisdirektor Klaus Schumacher, Peter Kamischke und Michael Hönicke sowie Robert Hartmann, Geschäftsführer der Projekt Begegnung gGmbH: ein Zuwendungsbescheid des Bundes über gut 96.000 Euro aus dem Modellvorhaben „Land(auf)Schwung“. Im Rahmen von mobiler Jugendarbeit plant das Projekt Begegnung, eine interregionale mobile Rad- und Rollerwerkstatt einzurichten. Foto: GfW Höxter

„Die Kinder und Jugendlichen nutzen häufig ihre Fahrräder und Motorroller, um zwischen den kleinen Orten und Städten mobil zu sein“, erläutert Robert Hartmann seine Idee. „Leider sind viele dieser Räder und Roller nur in mittelmäßigem bis schlechtem Zustand. Um die Funktionalität und die Verkehrssicherheit einzuhalten, soll im Rahmen mobiler Jugendarbeit eine interregionale mobile Rad- und Rollerwerkstatt eingerichtet werden.“ Dazu wurde als erster Schritt ein Fahrzeug angeschafft, das über eine gute Werkstattausstattung mit Werkbänken und entsprechendem Werkzeug verfügt.

An einem ganz einfachen Beispiel macht Michael „Micha“ Hönicke von Projekt Begegnung deutlich, worum es geht: „Zu mir kam ein Junge, der ganz traurig erzählte, dass sein Fahrrad kaputt sei und er nicht mehr fahren konnte. Als er mir das Rad vorführte, war lediglich der Hinterreifen platt.“ Mit regelmäßigen Besuchen in den Dörfern und Städten will er deshalb Grundlagen vermitteln. Die Kinder und Jugendlichen sollen befähigt werden, Kleinigkeiten selbst zu reparieren. „Wir würden uns freuen, wenn es an den jeweiligen Standorten zu einer Kooperation mit technisch versierten Fachkräften käme, die sich ehrenamtlich engagieren“, sagt Hönicke, der als ausgebildeter Sozialarbeiter den pädagogischen Aspekt im Vordergrund sieht.

„Das Fahrzeug wird mitsamt der Ausrüstung zu abgesprochenen und regelmäßig wiederkehrenden Zeiten bestimmte Orte anfahren“, erläutert Hartmann das Konzept. „Das werden in der Regel Treffpunkte von Jugendlichen, wie Jugendtreffs, Schulen oder inoffizielle Treffpunkte sein, an denen diese ohne großen zusätzlichen Werbeaufwand von der Werkstatt profitieren können.“ Hier setzt Projekt Begegnung vor allem auf seine große Erfahrung in der Jugendarbeit und die damit verbundene enge Einbindung in die Netzwerke in beiden Kreisen. „Wir wollen den Interessierten das Basiswissen vermitteln, um die Werkstatt und die erlangten Kompetenzen in Zukunft eigenständig nutzen zu können“, blickt Hartmann schon in die Zukunft.

Die Kinder und Jugendlichen genauso wie Flüchtlinge würden so befähigt, ihre eigene Mobilität, die für ein interessantes und vielseitiges Landleben unerlässlich ist, selbst zu schaffen und aufrecht zu erhalten, erläutert Hartmann. „Weiter können sie das erlangte Wissen an andere weitergeben und so einen wesentlichen Beitrag für die Mobilität der Jugend leisten.“ Mit Flyern und einer Information der Schulen im Kreis Höxter und im Landkreis Holzminden soll das Projekt nun bekannt gemacht werden.


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