schriftAAA

Suche

Nein! zu Gewalt an Frauen – Ja! zur sicheren Finanzierung ausreichender Schutzhäuser

In der Zeit um den 25. November 2016 wehen vor den Rathäusern der Stadtverwaltungen im Kreis Höxter und vor der Kreisverwaltung wieder blaue Fahnen mit dem Schriftzug „Nein! zu Gewalt an Frauen!“.

Damit beteiligen sich die Gleichstellungsbeauftragten der Städte Bad Driburg, Beverungen, Brakel, Höxter und Warburg und der Kreis Höxter zum 20. Mal an der bundesweiten Fahnenaktion rund um den Aktionstag „Nein zu Gewalt an Frauen“.
 

Aktionstag_Keine_Gewalt_gegen_Frauen
Die Gleichstellungsbeauftragten wollen mit der Fahnenaktion auf den Kampf gegen Gewalt an Frauen aufmerksam machen (von links): Ulrike Rustemeier (Stadt Bad Driburg), Gaby Böker (Kreis Höxter), Claudia Pelz-Weskamp (Stadt Höxter), Sabine Laudage (Stadt Warburg), Christiane Klare (Stadt Beverungen) und Helena Braun (Stadt Brakel).


Gewalt gegen Frauen und auch Mädchen hat viele Gesichter und ist leider immer noch alltäglich. Sie findet oft im Stillen und hinter verschlossenen Türen statt. Die Palette der Gewalt ist breit und reicht von Schlägen des Ehemanns, Grabschen im Bus, sexuellen Übergriffen durch den Vater, Menschenhandel, Zwangsheirat, Genitalverstümmelung bis zur Vergewaltigung. Geschlechtsspezifische Gewalt gehört auch in Deutschland zur Lebensrealität vieler Frauen, und zwar nicht nur in Silvesternächten.

In diesem Jahr steht das Thema „Häusliche Gewalt“ im Blickfeld des bundesweiten Fahnen-Aktionstages. Im Kreis Höxter gab es laut Angaben der Kreispolizeibehörde im Jahr 2015 insgesamt 154 polizeilich gemeldete Fälle von häuslicher Gewalt. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen liegt die Zahl der Betroffenen mindestens um das zehnfache höher. „Für jede betroffene Frau muss es eine sichere Zuflucht geben - unabhängig von ihrem Einkommen, ihrem Aufenthaltsstatus, ihrer Beeinträchtigung oder ihren Sprachkenntnissen“, meinen die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Höxter.

In Deutschland gibt es knapp 400 Frauenhäuser und Zufluchtswohnungen für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder. Doch reicht weder die Zahl der Zufluchtsstätten noch ist bei vielen der vorhandenen Einrichtungen deren finanzielle Absicherung gewährleistet. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise müssen schutzsuchende Frauen ihre Unterkunft in Frauenhäusern selber zahlen. Dadurch müssen jährlich tausende Frauen abgewiesen werden, die einen Platz suchen, aber ohne finanzielle Mittel oder geregelten Aufenthaltsstatus sind. Oder aber die Frauen- und Kinderschutzhäuser bleiben auf den Kosten sitzen und bringen sich durch diese Aufnahme selbst in eine finanzielle Schieflage. Viele dieser Häuser sind in ihrer wichtigen Arbeit daher nicht hinreichend finanziell abgesichert.

Weil diese Situation für einzelne Frauen und auch die Schutzhäuser untragbar ist, appelliert der bundesweite Aktionstag in diesem Jahr wie folgt: „Tür auf! für alle Frauen, die in Deutschland von Gewalt betroffen sind.“ Der Arbeitskreis der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten fordert gemeinsam mit dem Aktionsbündnis „Nein! Zu Gewalt an Frauen“, dass der Bund, die Länder und die Kommunen dafür sorgen müssen, dass kostenlose Schutzräume und angemessene finanzielle Unterstützung zur Verfügung stehen. „Die finanziellen Risiken dürfen weder bei der einzelnen Frau noch bei den Frauen- und Kinderschutzhäusern liegen. Deshalb ist die Zeit längst reif für eine pauschale und angemessene Finanzierung der Arbeit der Frauen- und Kinderschutzhäuser!“

Daneben will der Aktionstag aber auch auf die bestehenden Hilfsangebote aufmerksam machen. Die Gleichstellungsbeauftragten weisen am Aktionstag daher auf folgende Hilfsangebote im Kreis Höxter hin:

Das Frauen- und Kinderschutzhaus im Kreis Höxter
Hier wird von Gewalt betroffenen Frauen Schutz angeboten. Frauen können mit ihren Kindern solange im Schutzhaus wohnen, bis sie eine Entscheidung für den weiteren Lebensweg getroffen haben.

Aufnahme und Erstkontakte erfolgen täglich 24 Stunden unter der Telefonnummer: 0171/5430155. Weitere wichtige Informationen gibt es im Internet unter: www.skf-warburg.de

Frauenberatungsstelle der AWO für den Kreis Höxter
Hier wird betroffenen Frauen eine umfassende Beratung zur Bewältigung einer häuslichen Gewaltsituation angeboten.

Beratung und Terminvereinbarungen erfolgen montags bis freitags von 9.00 bis 17.00 Uhr unter 0160 937930-30 oder 0160 937930-35 (Die Beratung ist kostenfrei und vertraulich.) Weitere Informationen gibt es unter der Rubrik „Frauenberatungsstelle“ im Internet: www.awo-hoexter.de


Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Wenn Sie dies nicht wünschen, verlassen Sie die Seite oder ändern Ihre Einstellungen in Ihrem Browser. Weitere Informationen finden Sie hierOK